Der Artikel erklärt Landschafts-, Natur- und Tierfotografie als unterschiedliche Genres. Landschaftsfotografie zeigt weite Umgebungen mit Stimmungen, Naturfotografie fokussiert auf Details wie Pflanzen, und Tierfotografie erfordert lange Brennweiten und Geduld. Unterwasserfotografie ist ein Spezialgebiet mit spezieller Ausrüstung. Ethik und technische Anforderungen werden betont.
Rubrik: Fotografie-Grundlagen > 7. Genres & Motive Beitrag-ID: 7.2 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Landschaftsfotografie zeigt die Umwelt des Menschen in weiten Ausschnitten – von Jahreszeiten über Landschaftstypen bis zu Wetterstimmungen
- Naturfotografie ist ein Untergenre mit engerem Fokus: einzelne Pflanzen, Tiere, Details der Natur
- Tierfotografie (Wildlife) ist wiederum ein Untergenre der Naturfotografie – mit eigenen technischen Anforderungen (langes Tele, Geduld, Tarnung)
Erklärung
Landschaftsfotografie
Landschaftsfotografie zeigt die Umgebung des Menschen – natürlich oder von ihm geformt. Sie umfasst:
- Alle Jahreszeiten (Frühling, Sommer, Herbst, Winter)
- Alle Landschaftstypen (Wald, Feld, Meer, Gebirge, Wüste, Stadtlandschaft)
- Alle Lichtsituationen (Goldene Stunde, Blaue Stunde, Sturm, Nebel, Schnee)
Typisch sind Weitwinkelaufnahmen mit großer Schärfentiefe, die einen Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund vereinen. Ziel ist oft die Vermittlung einer Stimmung oder Atmosphäre – nicht nur die dokumentarische Wiedergabe eines Ortes.
Besonderheit Panoramafotografie: Mehrere Bilder werden zusammengesetzt (Stitching) um sehr breite Seitenverhältnisse (>2:1) zu erreichen. Stativ und spezielle Software sind nötig.
Naturfotografie
Naturfotografie zeigt kleinere Ausschnitte der Natur – einzelne Bäume, Blumen, Pilze, Steine, Wasserläufe. Sie steht zwischen Landschafts- und Makrofotografie und braucht oft weniger Ausrüstung als Tierfotografie.
Technische Besonderheiten:
- Nahaufnahmen erfordern kurze Fokusdistanzen → Makromodus oder Makroobjektiv
- Windempfindlich: schon leichte Bewegungen können bei kleinen Motiven Unschärfe erzeugen → kurze Verschlusszeiten oder Windpause abwarten
Tierfotografie (Wildlife)
Tierfotografie erfordert langes Tele (200–600 mm) um die nötige Distanz zu halten, ohne das Tier zu stören. Serienaufnahmen, schneller Autofokus und viel Geduld sind unerlässlich.
Technische Anforderungen:
- Lange Brennweiten (200–600 mm)
- Schneller kontinuierlicher AF (Servo/CAF)
- Kurze Belichtungszeiten (1/500–1/2000 s) für eingefrorene Bewegungen
- Hoher ISO bei schlechtem Licht
Verhalten und Ethik: Das Wohlbefinden der Tiere geht vor – Nistplätze und Ruhezonen nie stören, ausreichend Abstand halten, keine Lockmittel einsetzen die das natürliche Verhalten verändern.
Unterwasserfotografie
Ein Spezialbereich mit eigener Ausrüstung: wasserdichtes Gehäuse (Unterwassergehäuse) oder Unterwasserkamera, spezielle Objektive (Weitwinkel für Nähe) und oft Unterwasserblitze (Strobes) da Sonnenlicht unter Wasser schnell absorbiert wird.
Praxistipp
Für den Einstieg in die Tierfotografie: Garten und Stadtpark reichen – Vögel, Schmetterlinge, Igel und Eichhörnchen sind überall und lassen sich gut üben. Tele-Zoomobjektive (70–300 mm) sind preiswert und ausreichend. Geduld und leises Verhalten sind wichtiger als teures Equipment.