Das Sensorformat beschreibt die Größe des Bildsensors und beeinflusst die Bildqualität, Lichtaufnahme und Schärfentiefe. Das Vollformat (36 × 24 mm) ist die Referenzgröße, während der Cropfaktor angibt, wie viel kleiner andere Sensoren sind und wie sich das auf den Bildausschnitt auswirkt. Größere Sensoren bieten bessere Leistung bei schwachem Licht und mehr gestalterische Freiheit.
Rubrik: Fotografie-Grundlagen > 2. Kameratechnik & Aufbau Beitrag-ID: 2.4 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Das Sensorformat beschreibt die physische Größe des Bildsensors – je größer, desto mehr Licht wird eingefangen und desto besser die Bildqualität
- Das Vollformat (36 × 24 mm, entspricht dem klassischen Kleinbildfilm) gilt als Referenzgröße
- Der Cropfaktor gibt an, um wie viel kleiner ein Sensor gegenüber dem Vollformat ist – und wie sich das auf den Bildausschnitt auswirkt
Erklärung
Warum ist die Sensorgröße wichtig?
Ein größerer Sensor bietet mehrere Vorteile:
- Mehr Licht pro Pixel → bessere Leistung bei schwachem Licht, weniger Bildrauschen
- Größere Pixel → höhere Dynamik (mehr Details in Lichtern und Schatten)
- Mehr gestalterische Möglichkeiten → geringere Schärfentiefe für gezieltes Freistellen von Motiven (Bokeh)
Kleine Sensoren sind dagegen günstiger herzustellen und ermöglichen kompaktere Gehäuse – deshalb stecken sie in Kompaktkameras und Smartphones.
Die wichtigsten Sensorformate im Überblick
| Format | Abmessungen | Typische Kameras |
|---|---|---|
| Smartphone / Kompakt | 1/2,7″ bis 1/1,5″ (ca. 3–58 mm²) | Smartphones, Einsteiger-Kompaktkameras |
| Four Thirds | 17,3 × 13,0 mm | Systemkameras (z. B. Olympus, Panasonic) |
| APS-C | 22,2 × 14,8 mm | Einsteiger- und Mittelklasse-DSLRs und DSLMs |
| Vollformat (Kleinbild) | 36 × 24 mm | Profi-DSLRs und DSLMs |
| Mittelformat | 48 × 36 mm | Studiokameras, Profi-Landschaftsfotografie |
Was ist der Cropfaktor?
Der Cropfaktor (auch: Formatfaktor) gibt an, wie viel kleiner ein Sensor im Vergleich zum Vollformat ist. Er beeinflusst direkt, wie ein Objektiv „wirkt":
- Ein APS-C-Sensor hat einen Cropfaktor von ca. 1,5–1,6
- Ein Objektiv mit 50 mm Brennweite verhält sich an einer APS-C-Kamera also wie ein 75–80 mm Objektiv am Vollformat
- Der Bildausschnitt wird enger – als würde man hereinzoomen
Formel: Effektive Brennweite = Physische Brennweite × Cropfaktor
Beispiel: 50 mm × 1,6 (APS-C Canon) = 80 mm effektive Brennweite
Praktische Auswirkung des Cropfaktors
Der Cropfaktor ist vor allem bei der Objektivwahl relevant:
- Teleaufnahmen profitieren vom Cropfaktor – ein 300-mm-Objektiv wirkt wie ein 450-mm-Tele (vorteilhaft für Tier- und Sportfotografie)
- Weitwinkelaufnahmen werden durch den Cropfaktor eingeschränkt – man braucht ein kürzeres Objektiv, um denselben weiten Bildwinkel zu erreichen wie am Vollformat
Sensorformat und Bildqualität
Die folgende Faustregel gilt: Je größer der Sensor, desto mehr Licht, desto weniger Rauschen und desto mehr gestalterische Freiheit. Der Unterschied zwischen Mittelformat und Vollformat entspricht dabei etwa einer Belichtungsstufe – der Unterschied zwischen Vollformat und einem winzigen Smartphone-Sensor dagegen mehreren Stufen.
Praxistipp
Wer sich eine Kamera mit Wechselobjektiven zulegt, sollte das Sensorformat von Anfang an im Blick behalten – denn Objektive sind nicht immer zwischen Formaten kompatibel, und ein Systemwechsel später (z. B. von APS-C auf Vollformat) macht oft auch einen Objektivwechsel nötig. Viele Hersteller bieten jedoch Objektive an, die für beide Formate geeignet sind.