Jede Kamera funktioniert nach dem Grundprinzip, dass Licht durch ein Objektiv auf einen lichtempfindlichen Träger fällt. Der Verschluss steuert die Belichtungszeit, während Sensor oder Film das Bild speichern. Die Camera obscura ist die Urform der Kamera. Digitalkameras nutzen Sensor und Speicherkarte, analoge Kameras Film.
Rubrik: Fotografie-Grundlagen > 2. Kameratechnik & Aufbau Beitrag-ID: 2.1 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Jede Kamera – analog oder digital – funktioniert nach demselben Grundprinzip: Licht fällt durch ein Objektiv auf einen lichtempfindlichen Träger
- Das Objektiv bündelt das Licht, der Verschluss kontrolliert, wie lange es einfällt, der Sensor oder Film speichert das Bild
- Die Camera obscura (Lochkamera) ist die Urform dieses Prinzips – sie existiert seit der Antike
Erklärung
Der grundlegende Aufbau jeder Kamera
Egal ob Smartphone, Kompaktkamera oder Spiegelreflexkamera – alle Kameras teilen dieselben Grundkomponenten:
| Bauteil | Aufgabe |
|---|---|
| Objektiv | Bündelt das Licht und erzeugt ein scharfes Abbild des Motivs |
| Verschluss | Öffnet sich für eine definierte Zeit und lässt Licht auf den Sensor/Film |
| Sensor (digital) / Film (analog) | Registriert das Licht und speichert das Bild |
| Sucher / Monitor | Zeigt dem Fotografen den Bildausschnitt vor und nach der Aufnahme |
| Auslöser | Löst die Aufnahme aus und öffnet den Verschluss |
Schritt für Schritt: So entsteht ein Foto
- Der Fotograf richtet die Kamera auf das Motiv und wählt den Bildausschnitt über Sucher oder Monitor
- Er drückt den Auslöser
- Der Verschluss öffnet sich für einen kurzen Moment (die Belichtungszeit)
- Licht fällt durch das Objektiv und wird auf dem Sensor oder Film fokussiert – das Bild entsteht
- Der Verschluss schließt sich wieder
- Das Bild ist gespeichert – bei Digitalkameras sofort auf der Speicherkarte, bei analogen Kameras als chemische Veränderung im Film
Das Objektiv: das „Auge" der Kamera
Das Objektiv besteht aus mehreren Linsen, die zusammen wie eine Sammellinse wirken. Das Licht wird dabei so gebündelt, dass ein scharfes, verkleinertes Abbild des Motivs auf dem Sensor entsteht – technisch gesehen steht dieses Bild zunächst auf dem Kopf, was die Kamera intern automatisch korrigiert.
Je nach Aufbau und Brennweite des Objektivs unterscheidet sich, wie groß der abgebildete Ausschnitt ist und wie das Bild räumlich wirkt. Mehr dazu im Beitrag über Brennweite (→ 2.6).
Die Lochkamera: das Urprinzip
Die einfachste Form einer Kamera ist die Camera obscura (lateinisch: „dunkle Kammer") – eine lichtdichte Box mit einem winzigen Loch an einer Seite. Licht fällt durch das Loch und erzeugt an der gegenüberliegenden Innenwand ein auf dem Kopf stehendes Abbild des Motivs.
Das Prinzip ist seit der Antike bekannt (bereits Aristoteles beschrieb es) und ist die direkte Vorläuferin jeder modernen Kamera. Wird das Loch durch eine Linse ersetzt, entsteht ein schärferes und helleres Bild – damit ist der Schritt zur eigentlichen Fotokamera vollzogen.
Digitalkamera vs. Analogkamera: was sich unterscheidet
Bei analogen Kameras übernimmt der eingelegte Film gleichzeitig die Aufnahme und Speicherung des Bildes. Bei Digitalkameras sind diese Funktionen getrennt: Ein elektronischer Bildsensor nimmt das Bild auf, eine Speicherkarte speichert es als Datei. Digitalkameras verfügen zusätzlich über einen Monitor zur sofortigen Bildkontrolle sowie Anschlüsse zur Übertragung der Fotos.
Praxistipp
Das Grundprinzip der Kamera lässt sich ganz einfach selbst erleben: Man nehme einen dunklen Karton, steche mit einer Nadel ein kleines Loch in eine Seite und schaue bei Dunkelheit von der gegenüberliegenden Seite hinein. Das Bild des Motivs vor dem Loch erscheint – auf dem Kopf stehend – auf der Rückwand. Willkommen in der Welt der Camera obscura.