Fotografie ist eine bildende Kunst, die Malerei ähnelt, aber reale Motive nutzt, während Malerei frei gestaltet wird. Sie teilt technische Grundlagen mit Film, unterscheidet sich jedoch durch das Einfrieren eines Moments im Gegensatz zur Bewegung im Film. Fotografie verbindet Kunst, Naturwissenschaft und Technik.
Rubrik: Fotografie-Grundlagen > 1. Was ist Fotografie? Beitrag-ID: 1.6 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Fotografie gehört zur Bildenden Kunst und steht der Malerei am nächsten – beide erzeugen zweidimensionale Bilder, aber mit grundlegend unterschiedlichen Mitteln
- Der wesentliche Unterschied zur Malerei: Der Fotograf muss ein geeignetes Motiv in der Realität finden, der Maler kann es frei erfinden
- Zum Film teilt die Fotografie viel Technik (Objektiv, Sensor, Blende) – der entscheidende Unterschied ist: Foto = eingefrorener Moment, Film = Bewegung und Handlung
Erklärung
Fotografie und Malerei
Fotografie und Malerei haben einen engen historischen Bezug. Beide erzeugen flächige, zweidimensionale Abbilder der Wirklichkeit – und beide nutzen Komposition, Licht und Farbe als gestalterische Mittel.
Gemeinsamkeiten:
- Beide sind Elemente der Bildenden Kunst
- Beide können realistisch oder abstrakt, dokumentarisch oder künstlerisch sein
- Malerei und Fotografie beeinflussen sich gegenseitig: Fotos dienen als Vorlage für Gemälde, Malerei inspiriert fotografische Bildsprache
Der entscheidende Unterschied: Ein Maler kann ein Bild vollständig aus seiner Vorstellung heraus erschaffen. Ein Fotograf ist auf das angewiesen, was die Realität ihm bietet – er muss das passende Motiv finden, den richtigen Moment abwarten und die Situation durch Kameraposition, Licht und Einstellungen gestalten. Das Auffinden und Arrangieren geeigneter Motive ist damit eine der zentralen Aufgaben künstlerischer Fotografie.
Durch digitale Bildbearbeitung rücken Fotografie und Malerei heute näher zusammen: Stark bearbeitete Fotos können malerischen Charakter annehmen, während fotorealistische Computergrafik die Grenze zur Fotografie verwischt.
Fotografie und Film
Film und Fotografie teilen dieselbe technische Basis – Objektiv, Blende, Sensor, Brennweite und Bildauflösung sind in beiden Bereichen zentrale Größen. Die technische Verwandtschaft ist so eng, dass moderne Digitalspiegelreflexkameras oft auch für professionelle Filmproduktionen eingesetzt werden.
Gemeinsamkeiten:
- Beide nutzen Kameras mit Objektiv, Sensor/Film und Verschluss
- Beide können künstlerisch oder angewandt eingesetzt werden
- Beide arbeiten mit Komposition, Licht und Perspektive
Der entscheidende Unterschied:
- Ein Foto hält einen einzelnen, kurzen Moment fest – Bewegung wird eingefroren oder als Unschärfe sichtbar
- Ein Film zeigt Bewegung, Zeitabläufe und Handlung – typischerweise 24 Bilder pro Sekunde, die das Gehirn als fließende Bewegung wahrnimmt
Während das Foto ein reines Element der Bildenden Kunst ist, verschmilzt Film typischerweise mehrere Kunstformen: Bild, Ton, Musik und Sprache/Handlung (Literatur).
Fotografie zwischen Naturwissenschaft und Kunst
Fotografie ist auch wissenschaftlich verankert: Die Physik (Optik, Licht) bildet ihre technische Grundlage, die analoge Fotografie hat zusätzlich einen chemischen Aspekt, die digitale Fotografie einen informatischen. Diese Vielseitigkeit macht Fotografie schwer in eine einzige Kategorie einzuordnen – sie steht bewusst zwischen Naturwissenschaft, Technik und Kunst.
Praxistipp
Wer die Verbindung zwischen Malerei und Fotografie vertiefen möchte, lohnt sich ein Blick auf klassische Kompositionsregeln der Malerei – wie den Goldenen Schnitt oder die Lichtführung in der Alten Meister-Tradition. Viele dieser Prinzipien lassen sich direkt auf die Bildgestaltung in der Fotografie übertragen.