Der Artikel erklärt den Unterschied zwischen angewandter und künstlerischer Fotografie: Angewandte Fotografie dient einem externen Zweck wie Werbung oder Dokumentation, während künstlerische Fotografie Ausdruck und Werk in den Mittelpunkt stellt. Alltagsfotos bilden eine dritte, oft nicht klar zuordenbare Kategorie. Die Motivation des Fotografen entscheidet über die Einordnung.
Rubrik: Fotografie-Grundlagen > 1. Was ist Fotografie? Beitrag-ID: 1.5 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Angewandte Fotografie: Das Foto ist Mittel zum Zweck – es dient einem konkreten, oft kommerziellen Ziel
- Künstlerische Fotografie: Das Foto ist Selbstzweck – der Ausdruck und das Werk stehen im Mittelpunkt
- Die meisten Alltagsfotos lassen sich keiner der beiden Kategorien eindeutig zuordnen – die Motivation des Fotografen entscheidet
Erklärung
Fotografie lässt sich grob in zwei Richtungen einteilen, die sich in ihrer Zielsetzung unterscheiden.
Angewandte Fotografie
Bei der angewandten Fotografie steht das Foto im Dienst eines externen Zwecks. Das Bild soll etwas leisten – ein Produkt verkaufen, einen Sachverhalt dokumentieren, einen Auftrag erfüllen.
Typische Beispiele:
- Werbe- und Produktfotografie (z. B. für Kataloge oder Online-Shops)
- Modefotografie
- Dokumentarische Aufnahmen (z. B. Vor-/Nachher-Bilder, Schadensdokumentation)
- Porträtaufnahmen beim Berufsfotografen
- Immobilien- und Architekturaufnahmen für Verkaufszwecke
In der angewandten Fotografie ist der Fotograf stark von Auftraggeber oder Zielgruppe abhängig – Stil, Bildsprache und Inhalt richten sich nach dem Verwendungszweck.
Künstlerische Fotografie (Fotokunst)
Bei der künstlerischen Fotografie steht das Werk selbst im Vordergrund. Das Foto hat keinen primären kommerziellen Zweck – es soll einen Ausdruck schaffen, Wirkung beim Betrachter erzeugen oder eine persönliche Aussage treffen.
Typische Beispiele:
- Reise- und Landschaftsfotografie ohne Auftrag
- Familien- und Alltagsfotos
- Kreative Porträts, Architekturaufnahmen oder Tierfotografie aus künstlerischem Interesse
- Experimentelle Aufnahmen mit Lochkameras oder unkonventionellen Objektiven
Künstlerische Fotografen sind weder von Auftraggebern noch von Zielgruppen abhängig – sie haben maximale gestalterische Freiheit.
Die dritte Kategorie: Alltagsfotografie
Die meisten Menschen fotografieren weder für einen Auftraggeber noch mit künstlerischem Anspruch. Schnappschüsse, Erinnerungsfotos, Bilder für Chats oder soziale Netzwerke – hier steht die persönliche Dokumentation oder Kommunikation im Vordergrund. Diese Bilder lassen sich keiner der beiden Kategorien eindeutig zuordnen, sind aber im rechtlichen Sinne trotzdem urheberrechtlich geschützte Werke.
Wichtig: Genre sagt nichts über die Kategorie aus
Fast jedes Fotogenre – Landschaft, Porträt, Architektur, Sport – kann sowohl angewandt als auch künstlerisch sein. Die Einordnung hängt allein von der Motivation und dem Verwendungszweck ab, nicht vom Motiv selbst.
Praxistipp
Wenn du dich fragst, zu welcher Kategorie deine eigene Fotografie gehört: Stell dir die Frage „Fotografiere ich für jemanden oder für mich?" – die Antwort zeigt dir, ob du eher im angewandten oder künstlerischen Bereich unterwegs bist. Viele Hobbyfotografen wechseln dabei je nach Situation zwischen beiden Welten.