Presets speichern komplette Bearbeitungseinstellungen als Vorlage für schnelle, einheitliche Bildlooks, während LUTs vorgefertigte Farbtransformationen für konsistente Farbstimmungen bieten und softwareübergreifend nutzbar sind. Beide Werkzeuge erhöhen Effizienz und Konsistenz, ersetzen aber keine individuelle Bearbeitung. Eigene Presets spiegeln den persönlichen Stil besser wider als gekaufte.
Rubrik: Fotografie – Fortgeschrittene Themen > 11. Fortgeschrittene Bildbearbeitung Beitrag-ID: 11.11 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Presets speichern komplette Bearbeitungseinstellungen als Vorlage – ein Klick überträgt den Look auf jedes neue Bild
- LUTs (Look Up Tables) sind vorgefertigte Farbtransformationen für einheitliche Farbstimmungen, ursprünglich aus der Filmproduktion
- Beide sind Werkzeuge für Konsistenz und Effizienz – kein Ersatz für individuelle Bearbeitung
Erklärung
Was ist ein Preset?
Ein Preset (Voreinstellung) speichert alle oder ausgewählte Entwicklungseinstellungen eines Fotos:
- Belichtung, Kontrast, Lichter, Tiefen
- Weißabgleich, Vibrance, Sättigung
- Kurven, HSL-Einstellungen
- Schärfung, Rauschreduzierung
- Objektivkorrekturen
In Lightroom: Entwicklungsmodul → linke Seitenleiste → „Vorgaben" → Plus-Symbol zum Speichern. Bei Hover über einen Preset wird die Vorschau im Navigatorfenster angezeigt.
Sinnvoll für:
- Schnelle Anwendung eines charakteristischen Looks auf viele Bilder
- Einheitliche Darstellung einer Foto-Serie oder eines Projekts
- Startpunkt der Bearbeitung, der dann individuell angepasst wird
Kaufpresets vs. eigene Presets: Der Markt für Lightroom-Presets ist riesig – von kostenlos bis hunderte Euro. Eigene Presets aus gut bearbeiteten Fotos entwickeln ist langfristig wertvoller, weil sie den persönlichen Stil widerspiegeln.
Was ist eine LUT?
Eine LUT (Look Up Table) ist eine Datei, die jeden Eingabe-Farbwert einem Ausgabe-Farbwert zuordnet – eine vollständige Farbtransformation in einer kompakten Tabelle.
Ursprung: Film- und Videoproduktion, wo LUTs für die Konvertierung von Log-Footage (flach aufgenommenes Videomaterial) in fertige Looks verwendet werden.
Formate: .cube, .3dl, .look – je nach Software unterschiedlich unterstützt.
Unterschied zu Presets:
- Presets sind spezifisch für eine Software (Lightroom-Preset funktioniert nicht in Photoshop)
- LUTs sind software-übergreifend – dieselbe LUT kann in Lightroom, Photoshop, Premiere, DaVinci Resolve verwendet werden
- LUTs sind kompakter und schneller angewendet, bieten aber weniger individuelle Kontrolle
LUTs in Lightroom und Photoshop
Lightroom: Entwicklungsmodul → Farbe → Farbkalibrierung → Profil → Browse → 3D-LUTs können als Kamera-Profile importiert werden (.dcp-Format über Adobe Color Profile tool konvertieren).
Photoshop: Bild → Anpassungen → Nachschlagetabellen (LUT) → .cube oder .3dl direkt laden. Oder als Einstellungsebene (Ebene → Neue Einstellungsebene → Nachschlagetabellen).
Typische Einsatzbereiche
| Einsatz | Tool | Warum |
|---|---|---|
| Konsistenter Look für Hochzeitsserie | Lightroom Preset | Schnell auf viele Bilder anwendbar |
| Filmischer Look für Street-Fotos | LUT | Typischer Film-Look, auch für Video |
| Schneller Workflow-Start | Eingangs-Preset beim Import | Basis-Korrekturen automatisch |
| Konsistente Social-Media-Ästhetik | Preset-Sammlung | Gleicher Look über alle Posts |
Praxistipp
Eigene Presets entwickeln statt kaufen: Ein gut bearbeitetes Foto aus einer typischen Situation (z. B. Hochzeit innen bei Kunstlicht) als Preset speichern. Dieses Preset dann als Ausgangspunkt für ähnliche Situationen nutzen und individuell anpassen. Nach einem Jahr hat man eine eigene Preset-Bibliothek, die den persönlichen Stil widerspiegelt – viel wertvoller als gekaufte Presets.