Einstellungsebenen sind nicht-destruktive Korrekturebenen, die Helligkeit, Farbe und Tonwerte beeinflussen, ohne Originalpixel zu verändern. Sie sind jederzeit editierbar, deaktivierbar oder löschbar und besitzen eine Ebenenmaske zur gezielten Anwendung. Clipping-Masken beschränken die Wirkung auf einzelne Ebenen. In Photoshop und GIMP können sie einfach erstellt werden. Einstellungsebenen ermöglichen einen reversiblen Workflow und präzise Bildbearbeitung.
Rubrik: Fotografie – Fortgeschrittene Themen > 11. Fortgeschrittene Bildbearbeitung Beitrag-ID: 11.2 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Einstellungsebenen wenden Korrekturen (Helligkeit, Kurven, Farbe) auf alle darunterliegenden Ebenen an – ohne die Pixel zu verändern
- Sie können jederzeit bearbeitet, deaktiviert oder gelöscht werden – vollständig reversibler Workflow
- Jede Einstellungsebene hat automatisch eine Ebenenmaske, mit der die Korrektur auf bestimmte Bereiche begrenzt werden kann
Erklärung
Was ist eine Einstellungsebene?
Eine Einstellungsebene ist eine spezielle Ebene, die keine eigenen Pixel enthält, sondern nur eine Korrektur-Anweisung. Diese Anweisung wird auf alle Ebenen darunter angewendet – das Originalbild bleibt vollständig unverändert.
Warum das besser ist als direkte Korrekturen:
- Die Korrektur kann jederzeit durch Doppelklick auf die Ebene neu eingestellt werden
- Sie kann mit einem Klick deaktiviert werden (Auge-Symbol) um den Vorher/Nachher-Vergleich zu sehen
- Sie kann gelöscht werden ohne Spuren zu hinterlassen
- Mehrere Einstellungsebenen können gestapelt und in ihrer Wirkung kombiniert werden
Die wichtigsten Einstellungsebenen-Typen
Helligkeit/Kontrast Einfachste Helligkeitskorrektur – gut für schnelle Anpassungen. Für präzise Arbeit besser Kurven nutzen.
Belichtung Simuliert eine Belichtungskorrektur der Kamera – gut für starke Unter-/Überbelichtungskorrekturen.
Kurven (Gradationskurven) Mächtigstes Werkzeug für Tonwert- und Farbkorrekturen. Ermöglicht unabhängige Anpassung von Tiefen, Mitteltönen und Lichtern – sowohl global als auch pro Farbkanal. (→ ausführlich in Beitrag 11.7)
Farbton/Sättigung Verschiebt Farbtöne, ändert Sättigung und Helligkeit – global oder für einzelne Farbkanäle (ähnlich dem HSL-Panel in Lightroom).
Selektive Farbkorrektur Ändert die CMYK-Anteile innerhalb einzelner Farbbereiche – sehr präzise Farbkorrektur, besonders für Druck-Workflows.
Farbbalance Verschiebt Farbstiche in Tiefen, Mitteltönen und Lichtern separat – klassisches Werkzeug für Colorgrading.
Schwarzweiß Konvertiert in SW mit voller Kontrolle über jeden Farbkanal (→ Beitrag 8.9).
Nachschlagetabellen (LUTs) Wendet einen Look Lookup Table an – schnelle, konsistente Stimmungen und Looks.
Einstellungsebenen erstellen
In Photoshop:
- Ebene → Neue Einstellungsebene → Gewünschter Typ
- Oder: Im Ebenen-Panel unten auf das Halbkreis-Symbol klicken
In GIMP:
- Farben → Kurven / Helligkeit-Kontrast etc. → Als neue Ebene anwenden (über Script-Fu oder Plug-ins, GIMP unterstützt Einstellungsebenen weniger nativ als Photoshop)
Die automatische Ebenenmaske
Jede Einstellungsebene enthält automatisch eine weiße Ebenenmaske:
- Weiß = Korrektur ist aktiv
- Schwarz = Korrektur ist ausgeblendet
- Grau = Korrektur ist teilweise aktiv (entsprechend der Helligkeit)
Praktisches Beispiel: Eine Helligkeit-Einstellungsebene soll nur den Himmel aufhellen, nicht den Vordergrund. Die Maske schwärzen (Füllen mit Schwarz, dann mit weißem Pinsel den Himmel freimalen) – die Korrektur wirkt nur im Himmelsbereich.
Clipping-Masken: Einstellungsebene nur für eine Ebene
Standardmäßig beeinflusst eine Einstellungsebene alle darunterliegenden Ebenen. Mit einer Clipping-Maske (Alt + Klick zwischen Einstellungsebene und Ziel-Ebene) wird die Wirkung auf genau eine Ebene darunter begrenzt.
Nützlich für: Korrekturen, die nur ein bestimmtes Objekt betreffen sollen, ohne den Rest des Bildes zu verändern.
Praxistipp
Alle globalen Korrekturen als Einstellungsebenen anlegen – nie direkt auf dem Bild. Der Mehraufwand (ein Klick mehr) zahlt sich immer aus: Man kann Wochen später noch Anpassungen vornehmen, ohne von vorne anfangen zu müssen. Eine gut beschriftete Ebenenstruktur (Doppelklick auf Ebenenname) macht das spätere Wiederfinden zum Kinderspiel: „Belichtung +0.5", „Himmel kühler", „Hauttöne aufhellen".