Der Artikel erklärt die Unterschiede zwischen preiswerten Colorimetern und präziseren Spektrofotometern zur Monitorkalibrierung. Colorimeter sind für Standard-LCD-Monitore und Einsteiger geeignet, während Spektrofotometer Profis und Druckvorstufen adressieren. Für OLED-Monitore sind spezielle Geräte oder Software mit Korrekturprofilen empfehlenswert. Empfohlen werden Einsteigergeräte wie Datacolor Spyder X oder X-Rite ColorMunki Display.
Rubrik: Fotografie – Fortgeschrittene Themen > 10. Monitorkalibrierung & Farbmanagement Beitrag-ID: 10.3 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt zwei Geräteklassen: Colorimeter (preiswert, für die meisten Fotografen ausreichend) und Spektrofotometer (präziser, teurer, für Profis und Druckvorstufe)
- Die wichtigsten Hersteller sind X-Rite (i1Display, ColorMunki) und Datacolor (Spyder)
- Für Fotografie-Einsteiger in die Kalibrierung reicht ein Colorimeter im Bereich 100–180 € vollkommen aus
Erklärung
Die zwei Geräteklassen
Colorimeter Ein Colorimeter misst Licht mit drei Filtern – entsprechend den drei Farbrezeptoren des menschlichen Auges (Rot, Grün, Blau). Es ist schnell, preiswert und für Standard-Monitore sehr gut geeignet.
- Gut für: LCD-Monitore (IPS, VA, TN), Standard-Fotobearbeitung, Heimstudio
- Einschränkung: Bei OLED- und Wide-Gamut-Monitoren (P3, AdobeRGB) können Colorimeter leicht ungenauer werden, weil ihre Filter für Standard-sRGB-Monitore optimiert sind. Moderne Geräte (ab ca. 2020) haben dieses Problem weitgehend gelöst.
- Preis: 80–250 €
Spektrofotometer Ein Spektrofotometer misst das vollständige Lichtspektrum – es erfasst jede Wellenlänge einzeln und ist damit monitorunabhängig präzise. Es kann außerdem Drucker und Papierprofile erstellen.
- Gut für: Profifotografen, Druckvorstufe, Wide-Gamut-Monitore, OLED, wenn Drucker-Profiling nötig ist
- Preis: 180–1.500 €+
Die wichtigsten Geräte im Vergleich
| Gerät | Typ | Preis (ca.) | Für wen? |
|---|---|---|---|
| Datacolor Spyder X | Colorimeter | ~130 € | Einsteiger, Hobbyisten |
| Datacolor Spyder X Pro | Colorimeter | ~180 € | Ambitionierte Hobbyfotografen |
| Datacolor Spyder X Elite | Colorimeter | ~230 € | Fortgeschrittene, mehrere Monitore |
| X-Rite i1Display Pro | Colorimeter | ~220 € | Profifotografen, breite Monitorunterstützung |
| X-Rite i1Display Pro Plus | Colorimeter | ~280 € | Profis, OLED, Wide-Gamut |
| X-Rite ColorMunki Display | Colorimeter | ~140 € | Preis-Leistungs-Tipp für Einsteiger |
| X-Rite i1 Pro 3 | Spektrofotometer | ~1.500 € | Druckvorstufe, Farbstudio |
| X-Rite i1 Studio | Spektrofotometer | ~450 € | Mittleres Profi-Segment |
Hinweis: Preise ändern sich – aktuelle Preise immer direkt beim Händler prüfen.
Was unterscheidet günstige von teuren Geräten?
Teuerere Geräte bieten:
- Genauere Messfilter – besonders relevant bei OLED und Wide-Gamut
- Mehr Messpunkte – feinere Profilerstellung
- Ambientem Licht-Sensor – passt das Profil automatisch an verändernde Raumhelligkeit an
- Drucker-Profiling (nur Spektrofotometer) – eigene ICC-Profile für Drucker/Papierkombinationen erstellen
- Software-Umfang – erweiterte Einstellungen, Batch-Kalibrierung mehrerer Monitore
Für die meisten Fotografen gilt: Der Unterschied zwischen einem 130-€-Colorimeter und einem 300-€-Colorimeter ist im Alltag kaum messbar. Der Sprung zum Spektrofotometer lohnt sich erst, wenn Drucker-Profiling oder OLED-Kalibrierung auf hohem Niveau nötig wird.
Software – mitgeliefert oder drittanbieter?
Alle Geräte werden mit eigener Kalibriersoftware ausgeliefert:
- Datacolor: Spyder X Software (einfach, geführt, gut für Einsteiger)
- X-Rite: i1Profiler (mächtig, komplex, für Profis)
Für erfahrene Nutzer empfiehlt sich die Drittanbieter-Software DisplayCAL (kostenlos, Open Source) – sie bietet deutlich mehr Einstellmöglichkeiten und unterstützt fast alle Messgeräte beider Hersteller. Besonders für fortgeschrittene Profilierung ist DisplayCAL dem mitgelieferten Software-Umfang oft überlegen.
OLED-Monitore: Besonderheit beachten
OLED-Displays haben ein anderes Spektralverhalten als LCD-Monitore. Standard-Colorimeter-Filter sind für LCD optimiert und können bei OLED zu leichten Ungenauigkeiten führen. Wer einen OLED-Monitor (z. B. LG OLED, Asus ProArt OLED) kalibrieren möchte, sollte entweder:
- Ein Gerät mit OLED-Korrekturmatrix wählen (X-Rite i1Display Pro Plus, neuere Spyder X Elite)
- Oder DisplayCAL mit OLED-Korrekturprofil nutzen
Praxistipp
Wer zum ersten Mal ein Kalibriergerät kauft: Datacolor Spyder X oder X-Rite ColorMunki Display im Bereich 130–150 € sind ein solider Einstieg. Beide liefern für Standard-LCD-Monitore sehr gute Ergebnisse. Vor dem Kauf lohnt ein Blick auf aktuelle Testberichte bei rtings.com oder displaycal.net/reviews – dort werden Messgeräte regelmäßig verglichen und bewertet.