Rubrik: Fotografie-Grundlagen > 8. Digitale Nachbearbeitung Beitrag-ID: 8.2 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Programme – für Einsteiger reicht ein kostenloses Programm völlig aus
- Lightroom (Adobe, Abo) ist der Industriestandard für Fotografen; GIMP ist die kostenlose Open-Source-Alternative
- RAW-Konvertierung und Bildorganisation (Lightroom) vs. pixelgenaue Retusche (Photoshop/GIMP) sind unterschiedliche Anwendungsfälle
Erklärung
Die wichtigsten Programme im Überblick
| Programm | Kosten | Stärken | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Adobe Lightroom | Abo ~12 €/Monat | RAW-Konvertierung, Bildorganisation, nicht-destruktiv | Fotografen, Workflow-Optimierung |
| Adobe Photoshop | Abo ~25 €/Monat (oft im Bundle) | Pixel-Retusche, Compositing, Textebenen | Profiretusche, Montage |
| Capture One | Abo oder Kauf ~360 € | Hervorragende RAW-Qualität, Tethering | Profifotografen, Studiobetrieb |
| GIMP | Kostenlos (Open Source) | Retusche, Ebenen, Farbkorrekturen | Einsteiger, Budgetbewusste |
| Darktable | Kostenlos (Open Source) | RAW-Konvertierung, nicht-destruktiv | Lightroom-Alternative ohne Kosten |
| RawTherapee | Kostenlos (Open Source) | Starke RAW-Engine, technisch präzise | Technikaffine Einsteiger |
| Affinity Photo | Einmalkauf ~70 € | Photoshop-Alternative, professionell | Grafiker, Fotografen ohne Abo |
Workflow vs. Retusche: zwei verschiedene Aufgaben
Workflow-Programme (Lightroom, Darktable, Capture One):
- Verwalten und organisieren große Fotosammlungen
- Nicht-destruktiv – Original wird nie verändert
- RAW-Konvertierung mit Farbkalibrierung
- Batch-Bearbeitung (viele Bilder auf einmal)
- Kein pixelgenaues Arbeiten
Retuscheprogramme (Photoshop, GIMP, Affinity Photo):
- Pixelgenaue Eingriffe (Stempel, Klonpinsel, Masken)
- Montagen, Compositing, Text
- Ebenen und Einstellungsebenen
- Komplexere Korrekturen
Empfehlung: Die meisten Fotografen nutzen beides – Lightroom für 95 % der Bilder, Photoshop für die 5 % die pixelgenaue Eingriffe brauchen.
Hersteller-eigene Software
Viele Kamerahersteller bieten eigene RAW-Konvertierungsprogramme an:
- Canon: Digital Photo Professional (DPP)
- Nikon: Capture NX-D / NX Studio
- Sony: Imaging Edge
Diese Programme kennen das eigene RAW-Format am besten – aber sie sind oft weniger komfortabel als Drittanbieter-Software.
Praxistipp
Für Einsteiger: Mit Darktable (kostenlos, Windows/Mac/Linux) oder der kostenlosen Version von Lightroom Mobile starten. Beide Programme sind leistungsfähig genug für professionelle Ergebnisse – ohne monatliche Kosten. Wenn der Workflow passt und man mehr Funktionen braucht, lohnt sich erst dann ein Upgrade.