Die additive Farbmischung entsteht durch Überlagerung von farbigem Licht, wobei Rot, Grün und Blau (RGB) die Grundfarben sind und zusammen Weiß ergeben. Dieses Prinzip nutzt das menschliche Auge mit drei Rezeptortypen. Digitalkameras, Monitore und Bildbearbeitungssoftware verwenden das RGB-Modell, das mit 24-Bit-Farbtiefe über 16 Millionen Farben darstellt. Drei Farben reichen aus, da sie die Farbwahrnehmung des Auges simulieren.
Rubrik: Fotografie-Grundlagen > 5. Farbe & Licht Beitrag-ID: 5.2 Erstellt: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Additive Farbmischung entsteht durch die Überlagerung von farbigem Licht – je mehr Farben gemischt werden, desto heller wird das Ergebnis
- Die drei Grundfarben sind Rot, Grün und Blau (RGB) – zusammen ergeben sie Weiß
- Kameras, Monitore und Bildschirme arbeiten alle mit dem RGB-Farbmodell
Erklärung
Was ist additive Farbmischung?
Bei der additiven Farbmischung werden Lichtquellen verschiedener Farben überlagert. Das Ergebnis ist heller als die einzelnen Ausgangslichtquellen – im Extremfall entsteht Weiß.
Dieses Prinzip entspricht direkt der Farbwahrnehmung des menschlichen Auges: Das Auge hat drei Rezeptortypen für Rot, Grün und Blau – und das Gehirn „addiert" die Signale zu einem Farbeindruck zusammen.
Grundprinzip:
- Rot + Grün = Gelb
- Rot + Blau = Magenta
- Grün + Blau = Cyan
- Rot + Grün + Blau = Weiß
- Kein Licht = Schwarz
Das RGB-Farbmodell
In der digitalen Bild- und Kameratechnik wird die additive Farbmischung durch das RGB-Modell umgesetzt. Jede Farbe wird durch drei Zahlenwerte beschrieben:
- R (Rot): 0–255
- G (Grün): 0–255
- B (Blau): 0–255
Bei der 24-Bit-Farbtiefe (8 Bit pro Kanal, 256 Stufen je Farbe) entstehen 256 × 256 × 256 = über 16 Millionen darstellbare Farben.
Wichtige RGB-Werte:
| Farbe | R | G | B |
|---|---|---|---|
| Schwarz | 0 | 0 | 0 |
| Weiß | 255 | 255 | 255 |
| Rot | 255 | 0 | 0 |
| Grün | 0 | 255 | 0 |
| Blau | 0 | 0 | 255 |
| Gelb | 255 | 255 | 0 |
| Cyan | 0 | 255 | 255 |
| Magenta | 255 | 0 | 255 |
| Dunkelrot | 150 | 0 | 0 |
| Ocker (dunkles Gelb) | 120 | 120 | 0 |
| Grasgrün | 90 | 184 | 17 |
Wo wird das RGB-Modell eingesetzt?
- Digitalkameras: Der Bildsensor erfasst Licht in den drei Kanälen R, G und B
- Monitore und Bildschirme: Jedes Pixel besteht aus drei Subpixeln (Rot, Grün, Blau), die gemischt werden
- Bildbearbeitung: Software wie Lightroom, Photoshop oder GIMP arbeitet intern mit RGB
- Drucker: Wandeln RGB-Werte in CMYK um (→ Beitrag 5.3)
Warum reichen drei Farben aus?
Drei Farben reichen, weil das menschliche Auge ebenfalls nur drei Rezeptortypen hat. Kameras und Bildschirme nutzen diesen Umstand: Sie müssen keinen vollständigen Spektrumverlauf reproduzieren – es reicht, die drei Rezeptoren des Auges im richtigen Verhältnis anzusprechen.
Ein Bildschirm kann damit keine „echten" Spektralfarben erzeugen – er täuscht sie nur vor. Für das Auge ist das Ergebnis identisch.
Praxistipp
In der Bildbearbeitung lohnt es sich, den Histogramm-Kanal auf RGB zu schalten (statt auf Luminanz) – dann sieht man, welcher Farbkanal über- oder unterbelichtet ist. Ein überstrahlendes Rot (R = 255 in vielen Pixeln) ist oft nicht durch allgemeines Aufhellen zu retten, wohl aber durch Reduzierung des Rotkanals in der Farbkorrektur.